Gedicht: In diesem Moment
- Selina Moser
- vor 14 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Nach einer langen Reise mit Fähre und Auto bin ich nun zurück in meiner Heimat in der Schweiz.
Erstaunt bin ich über die blühende Farbenpracht und darüber, wie die Natur sich innert zwei Wochen verändert hat.
Veränderung - die Konstante des Lebens?
Dass jeder Moment einzigartig ist, will ich mir stets bewusst sein.
Als ich also zurückkam und den ersten Spaziergang unternahm, habe ich Worte notiert und sie zum folgenden Text zusammengesetzt.

Dieser Moment
Alles, was ich bin
Der Wind, der Baum
Alles, was ich mich entsinn
In diesem Moment
Ist alles so
Im nächsten anders
Verwandelt schon
Alles ist alles
Laut und stumm
Leuchtend und strahlend
Die Bienen summ'n
Nichts bleibt
Und alles geht
Alles atmet
Ich blick mich um
Und ich bin nichts
Denn nichts ist alles
Und ich bin alles
Denn alles ist nichts
Ich fühle mich und meinen Körper
Achtsam nehm ich wahr, was ist
Sag mir immer wieder:
Dieser Moment, das bin ich
In diesem Moment
Bin ich Ewigkeit
Bin ich nicht Mensch
Nicht Ich, nur Raum
Bin ich alles
Was den Raum ausfüllt
Alles
Was die Erde umhüllt
Nichts ist im Aussen
Was auch in mir
Und nichts ist in mir
Das nicht auch da draussen
Und ich bin nichts
Denn nichts ist alles
Und ich bin alles
Denn alles ist nichts
Identität und Name und Alter
Allen Besitz und unser Denken
Alles nur geliehen
Nichts zu verlieren
Der Denker will sie behalten
Die Momente festhalten
Dinge sammeln und bewahren
Statt sie zu leben und zu erfahren
Dieser Moment
Was ist das nur?
Dieser Moment, das Leben pur
Doch Stop - Will doch nicht denken!
Nur wahrnehmen
Loslassen
Sehen
Dass ich bin
Und ich bin nichts
Denn nichts ist alles
Und ich bin alles
Denn alles ist nichts
Ewigkeit erfahre ich
In diesem Moment
Ich öffne mich, und lasse los
Ich bin
An diesem Ort
Wo nichts mehr bohrt
Wo alles schweigt
Nichts mehr rennt
Ich erkenne, was ich bin
Eins mit der Welt
Mit dem Baum und dem Wind
Sogar mit Dingen und Geld
Ruhe und Frieden
Kälte und Leid
Das alles im Aussen
Doch wahrhaftig in mir
Und ich bin nichts
Denn nichts ist alles
Und ich bin alles
Denn alles ist nichts
Ein Gefühl in mir
Die Liebe stark
Mein Herz geht auf
Strahlt und lacht
Auf dieser Welt
Bin ich inkarniert
Erfahre und fühle
Verletzlich und demaskiert
Hier bin ich zu Haus
Vieles vertraut
Wertungsfrei und neutral
Ohne Freud oder Skandal
Stell mich allem
Was kommen mag
Es kommt wie's kommt
Der Moment ist da
Und ich bin nichts
Denn nichts ist alles
Und ich bin alles
Denn alles ist nichts
⁓
19.4.26 / Selina


















Dein Gedicht berührt tief – die Worte fließen wie der Wind durch die Bäume, voller Ehrfurcht vor dem Nichtgetrenntsein. Du hast den Moment erfasst ohne zu klammern: nichts ist alles, alles ist nichts. Ein wunderschöner Hinweis auf das Unendliche im Kleinen. Die Liebe in dir strahlt, und ich fühle mich verbunden. Danke für dieses leise Atmen in einer lauten Zeit. Und gutes Ankommen...